Anzucht-Tipps

Allgemeine Anzucht-Tips für Exoten und andere Samen

Vorbehandlung:

Viele exotische Samen müssen vor dem Einsetzen vorbehandelt werden, um den Keimprozeß in Gang zu bringen. Alle nicht zum Samen gehörenden Elemente müssen entfernt werden, da es Keimhemmer sind. Beispiele: evtl. noch vorhandenes Fruchtfleisch, „Flughäute“ bei einigen Exoten oder andere z.B. bastähnlich aussehende Schutzhüllen, wie man sie oft bei Palmen findet.

Einige gängige Methoden der Vorhandlung:

Anrauhen:

i.d.R. sind es die hartschaligen Samen, die angerauht werden müssen. Der eigentliche Samen wird dabei von einer festen Hülle umschlossen. Um etwas "Geburtshilfe" zu leisten, sollte diese harte Schale an einer Stelle verdünnt oder sogar vorsichtig mit einem scharfen Messer eingeritzt werden.

Zu Anrauhen kann man normales Sandpapier nehmen, ich finde eine Sandblattfeile praktischer.

Diese Samen müssen oft noch zusätzlich vorquellen oder sogar mit heißem/kochendem Wasser überbrüht werden.

Einweichen:

die meisten exotischen Samen müssen mehrere Stunden oder sogar 1-2 Tage in raumwarmem Wasser vorquellen. Es gibt sogar Palmenfans, die eine Vorquellzeit von bis zu einer Woche empfehlen. Solange habe ich es noch nicht ausprobiert.

Hartschalige Samen sollten immer vorquellen!

Bei wärmeliebenden Pflanzen wie z.B. Palmen empfiehlt das Wasser mehrfach zu wechseln und möglichst warm zu stellen. Ebenfalls hilfreich ist es in hartneckigen Fällen, die Samen kurz mit kochendem Wasser zu übergießen und dann in raumwarmem Wasser weiterquellen zu lassen (bitte nicht in kochendem Wasser liegen lassen – gegarte Samen keimen nicht mehr!).

Es gibt noch weitere Tips von Pflanzenfreunden, die ich aber noch nicht selbst probiert habe.

Kühlschrank.

es gibt Samen, die vor dem Einsetzen mehrere Tage dunkel und in feuchtem Haushaltspapier im Kühlschrank verbringen müssen – am besten in einer undurchsichtigen Box.

Weitere:

Für einige Samen gibt es spezielle Methoden. Viele australische Samen z.B. keimen meist nach einem Buschbrand. In diesen Fällen wird empfohlen, die Samen ca. ½ Tag in Rauchwasser einzulegen, das es bei uns nicht zu kaufen gibt. Aber es wird sich doch jemand mit einem Kamin finden, der bereit ist, etwas Asche zu spenden. Damit müßte sich Rauchwasser selbst herstellen lassen. Ich bin gerade dabei, damit zu experimentieren.

Anzuchtsubstrat:

Als Anzuchtsubstrat niemals normale Blumenerde benutzen, sondern spezielle Anzuchterde oder Kokosfaser, denn die Erde muß nährstoffarm sein und wasserdurchlässig.

Ich habe – entgegen der Empfehlung einiger Experten - auch gute Erfahrungen mit Torfquelltöpfchen gemacht. Allerdings wird das bei einigen sehr wählerischen Samenarten, bei dicken Samen nicht funktionieren und bei den Samen, die ein spezielles Gemisch oder ein besonders gute Drainage benötigen. Das Risiko gehe ich beim ersten Versuch meist trotzdem ein, weil sie sehr viel praktischer sind und die Jungpflanzen mit diesen Töpfchen umgesetzt werden können...

Carnivoren brauchen in jedem Fall spezielles Carnivorensubstrat, Palmen sollten in Kokosfaser eingesetzt werden.

Die Erde sollte keimfrei sein. Das erreicht man in der Mikrowelle in ca. 15 Min. Im abgedeckten, aber nicht verschlossenen Behälter.

Anzuchttöpfe:

Es ist auch eine Aussaat in anderen Töpfen (z.B. Joghurtbechern) möglich. 1-2 Löcher in den Boden schneiden, um Staunässe zu vermeiden und mit durchsichtiger Folie abdecken. Um ein Verschimmeln der Erde zu vermeiden, muß die Folie alle paar Tage kurz angehoben werden. Es gibt noch eine Reihe weiterer Anzuchtmöglichkeiten, die ich allerdings noch nicht ausprobiert habe.

Einsetztiefe:

Wie tief die Samen eingesetzt werden müssen hängt von der Sorte ab bzw. Ob es Lichtkeimer sind oder nicht Als Faustregel kann man sagen: max. 2-fache Samenstärke, aber nie mit mehr als 1-2 cm Erde bedecken. Dunkelkeimer müssen mit Erde bedeckt sein, sonders keimen sie nicht, Lichtkeimer nicht.

Nicht zu dicht setzen – die Sämlinge brauchen Platz für die Wurzeln und sollten sich nicht gegenseitig behindern. Ich nehme pro Samen ein Gefäß. Bei ganz feinen Samen wird leicht übersehen, daß sich auch daraus stattliche Pflanzen entwickeln. Stehen die Samen zu dicht, fallen die Sämlinge ohne sichtbar erkennbaren Grund um und erholen sich auch nicht mehr.

Keimtemperatur:

Die Keimtemperatur ist unterschiedlich. Einige Samensorten brauchen gemäßigte Temperaturen, andere Exoten hingegen mögen es warm! Diese Temperaturangaben sollten unbedingt eingehalten werden. Ist es zu kalt, kommt der Keimprozeß nicht in Gange, ist es zu heiß „sterben“ die Samen.

Ganz wichtig ist außerdem eine gleichmäßige Wärme. Zu große Schwankungen bekommen den Samen ebenfalls nicht. Im günstigsten Fall wird der Keimprozeß nur unterbrochen, im schlechtesten kommt er nicht wieder in Gang.

Ich helfe mir mit Zimmergewächshäusern – beheizten und unbeheizten – weil man dort die Temperatur besser konstant halten und auch kontrollieren kann (Thermometer einsetzen).

Viele Pflanzen keimen unterschiedlich, in Schüben. Die Anzucht der meisten Exoten ist im Haus ganzjährig möglich, im Winter dauert länger. Allerdings keimt nicht jedes Samenkorn – es sind Naturprodukte und die Natur sorgt dadurch für ein Gleichgewicht. Sonst wären wir im wahrsten Sinne des Wortes bald „zugewachsen“.

Feuchtigkeit:

Das Anzuchtsubstrat einmal gut wässern und dann gleichmäßig warm und leicht feucht halten, aber nicht naß. Die Erde darf niemals austrocknen, sonst wird der Keimprozeß unterbrochen. Ist die Erde zu naß, faulen die Samen. Auch Wechelbäder trocken/naß sind „tödlich“: Die Erde bildet eine undurchdringliche Krusten und die Samen sterben an Sauerstoffmangel Im Minigewächshaus braucht, solange die Lüftungsschlitze zu sind, seltener gewässert zu werden. Bei Bedarf das Substrat mit kalkarmem Wasser besprühen. In Bezug auf Feuchtigkeit haben übrigens die Torfquelltöpfchen einen Nachteil gegenüber Plastik-Gefäßen: die Erde trocknet viel schneller aus, weil die Verdunstungsoberfläche größer ist.

Nach der Keimung:

Im Minigewächshaus müssen nach der Keimung die Lüftungsschlitze geöffnet werden. Ansonsten Folie entfernen. Aber Wärme brauchen die Sämlinge immer noch!

Nach der Keimung die Sämlinge etwas trockener halten. Im Winter wegen der trockenen Heizungsluft ab und zu mit kalkarmem Wasser besprühen.

Licht:

Außer bei Lichtkeimern brauchen die Sämlinge erst dann Licht, wenn sich die ersten grünen Spitzen zeigen. Pralle Sonne muß vermieden werden, sonst wird es den Sämlingen zu „heiß“ und sie sterben ab. Sobald die Samen gekeimt sind, sollte der Standort hell sein damit die Jungpflanzen nicht vergeilen. Im Winter ist eine zusätzliche Lichtquelle in Form einer Pflanzlampe empfehlenswert (bitte beraten lassen – es gibt heute sehr unterschiedliche Lampen für die verschiedensten Zwecke – nicht alle sind geeignet). Ich habe z.B. eine solche – in Form einer speziellen Leuchtstoffröhre - vor dem Fenster, wo meine Gewächshäuser stehen.

Übrigens vertragen auch Jungpflanzen die ersten 3 Monate keine pralle Sonne!

Auspflanzen:

Die ersten beiden Blättchen sind die Keimblätter. Erst bei einer Pflanzengröße von ca 10-15cm kann die Pflanze vorsichtig umgesetzt werden. Ich setze immer nur einen Samen in ein Töpfchen. Wenn mehrere Samen in ein Gefäß gesetzt werden, müssen die Pflänzchen pikiert, d.h. vereinzelt werden. Dabei dürfen die feinen Wurzeln nicht beschädigt werden.

In den ersten Wochen sind die Pflänzchen noch sehr empfindlich. Wenn sie ins Freie sollen erst in der frostfreien Zeit. Sie müssen langsam an die Temperaturen gewöhnt werden.

Winterhärte:

Auch winterharte Pflanzen müssen in den ersten Jahren ins Haus oder zumindest einen Winterschutz bekommen. Sie sind i.d.R. erst ab dem 4./5. Jahr winterhart.



 
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